ArbeitgeberMagazin

Zwischen Karriere und Selbstverwirklichung: Jüngere Beschäftigte in Deutschland wollen vorankommen

Bild © ManpowerGroup Deutschland GmbH Deutschlands Arbeitskräfte stehen zwischen Sicherheitsbedürfnis und dem Wunsch nach Sinn – und die Gen Z setzt überraschende Akzente. Die aktuelle Zusatzbefragung zum Global Talent Barometer der ManpowerGroup zeigt: Während finanzielle Stabilität für die Mehrheit der Beschäftigten der wichtigste Faktor im Berufsleben bleibt, definiert die jüngste Generation ihren Antrieb zunehmend über persönliche Interessen, Selbstverwirklichung und langfristige Perspektiven.

Die Zusatzbefragung liefert ein umfassendes Bild der Arbeitsmotive in Deutschland. Ganz oben steht der Wunsch nach finanzieller Sicherheit: 73 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen ein Einkommen, das einen komfortablen Lebensstil ermöglicht, am wichtigsten sei. Zugleich stellt ein Großteil der Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben über den beruflichen Aufstieg (64 Prozent).

Mehr als jeder Dritte (37 Prozent) gibt an, nur zu arbeiten, um zu überleben – mit deutlichen Unterschieden zwischen den Generationen: Dieser Aussage stimmen 49 Prozent der Angehörigen von Gen Z zu, 41 Prozent der Millennials, 32 Prozent der Gen X-ler und 22 Prozent der Babyboomer stimmen dieser Aussage zu.

Ein weiterer Hinweis auf veränderte Lebensmodelle: 64 Prozent der Gen Z arbeiten vorrangig, um ihre persönlichen Interessen und Hobbies zu finanzieren – acht Prozentpunkte über dem Durchschnitt. Zudem würden 44 Prozent dieser Altersgruppe sinnstiftende, interessante Jobs auch dann annehmen, wenn sie schlecht bezahlt sind. Über alle Generationen hinweg liegt dieser Wert bei lediglich 28 Prozent.

Karriere statt Komfortzone: Die Gen Z tritt deutlich ambitionierter auf

Trotz des starken Wunsches nach Sicherheit und Sinnstiftung verlieren Ambitionen keineswegs an Bedeutung: 43 Prozent der Befragten möchten ihre berufliche Entwicklung aktiv vorantreiben und 41 Prozent streben langfristig Führungsverantwortung an. Besonders die Gen Z zeigt eine klare Karriereorientierung – deutlich stärker als ältere Generationen: 65 Prozent der 18- bis 28-Jährigen geben an, dass es ihnen wichtig sei, beruflich so weit wie möglich aufzusteigen. Jeder Zweite in dieser Altersgruppe (50 Prozent) strebt eine Führungsposition an. Im Vergleich dazu geben 47 Prozent der Millennials und nur 32 Prozent der Generation X an, dass ihnen der berufliche Aufstieg ähnlich wichtig ist. Damit ist die jüngste Generation im deutschen Arbeitsmarkt deutlich ehrgeiziger, als gängige Vorurteile es vermuten lassen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Gen Z bereit ist, Verantwortung zu übernehmen – aber nicht um jeden Preis“, sagt Iwona Janas, Country Manager der ManpowerGroup Deutschland. „Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Führungsrollen so zu gestalten, dass sie Entwicklung ermöglichen, ohne Überlastung zu erzeugen.“

Der Blick auf die Motive zeigt ein differenziertes Bild: Rund die Hälfte der Gen Z (47 Prozent) begründet den Wunsch nach einer Führungsrolle mit der Aussicht auf ein höheres Einkommen. 41 Prozent erwarten zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten, 36 Prozent wünschen sich größeren Einfluss.

Gleichzeitig zeigt die Befragung, warum viele den Schritt in die Führung bewusst meiden: Druck und Verantwortung schrecken jeweils 51 Prozent aller Befragten ab, ein Viertel (25 Prozent) hat grundsätzlich keine Freude an Personalverantwortung. Führung ist aus Sicht vieler junger Beschäftigter also keineswegs unattraktiv, sie wird jedoch an realistische Bedingungen geknüpft.

Sorgen um die Zukunft: KI verstärkt Unsicherheiten

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Einführung von KI und anderer Technologien blickt vor allem die jüngste Generation mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Ein Viertel der Gen Z fürchtet, durch neue Technologien ersetzt zu werden.

„Beschäftigte wollen heute sowohl Sicherheit als auch Perspektive“, betont Janas. „Erfolgreiche Unternehmen werden diejenigen sein, die beide Erwartungen zusammenbringen und individuelle Entwicklung im Sinne ihrer Mitarbeitenden fördern.“

Weitere Informationen und die vollständigen Ergebnisse der Studie zum Download unter: Global Talent Barometer 2026

Über das Global Talent Barometer: Das ManpowerGroup Global Talent Barometer misst Faktoren wie Well-Being, Zufriedenheit im Job (Job Satisfaction) und Zuversicht im Job (Confidence) von Beschäftigten weltweit in drei Einzelindizes und einem Gesamtindex. Das Global Talent Barometer stützt sich auf unabhängige Umfragen und statistisch signifikante Stichproben, um ein leistungsstarkes Instrument zu schaffen, das ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse von Arbeitnehmenden auf der ganzen Welt bietet. Ziel der Studie ist es, die Zukunft der Arbeit durch ein besseres Verständnis der heutigen Schlüsselfaktoren für Arbeitsstimmung zu verbessern. Methodik: Die Umfrageergebnisse stammen von 13.918 Beschäftigten in 19 Ländern (davon Deutschland 1.017) zwischen dem 1. September und dem 1. Oktober 2025. Alle Daten wurden auf die Verteilung der Beschäftigten nach Geschlecht, Alter und Region gewichtet, wobei alle Länder die gleiche Gewichtung erhielten. Befragte Länder: Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Indien, Israel, Italien, Japan, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Polen, Singapur, Spanien, Schweden, Schweiz, Vereinigtes Königreich (UK) und Vereinigte Staaten (US).

 

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