Gekündigt, aber noch eingeloggt: Viele Beschäftigte haben weiterhin Zugriff auf digitale Ressourcen früherer Arbeitgeber

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Viele Beschäftigte in Deutschland haben noch Zugriff auf digitale Ressourcen früherer Arbeitgeber und nutzen diese auch weiterhin aktiv. Das hat eine neue Studie von Deel zusammen mit Censuswide anlässlich des Cybersecurity Awareness Month im Oktober herausgefunden. Hierfür wurden 2.000 Vollzeit-Beschäftigte in Deutschland befragt.

Demnach gaben 32 Prozent der Befragten an, nach Ende ihres Arbeitsverhältnisses weiterhin auf Ressourcen ihres früheren Arbeitgebers zugreifen zu können. Dazu gehören beispielsweise alte berufliche E-Mail-Postfächer, Cloud-Speicher, Projektmanagement-Plattformen oder digitale Tools. Besonders brisant: Über die Hälfte (54 Prozent) derjenigen, die noch Zugriff auf Tools des früheren Arbeitgebers haben, nutzen diese auch. Insgesamt sagen nur 49 Prozent, dass ihr Zugang vollständig deaktiviert wurde.

„Unsere Daten zeigen: Ein letzter Arbeitstag ist definitiv nicht gleichzusetzen mit einem digitalen Schlussstrich. Ein offener Zugang zu ehemaligen Accounts an sich wäre bereits problematisch genug. Doch laut der Umfrage nutzen mehr als die Hälfte derjenigen, die nach ihrem Ausscheiden weiterhin Zugriff hatten, Konten, Dateien und Systeme auch tatsächlich weiter. Hier entsteht ein riesiges Datenschutzleck, da Unternehmen nicht mehr sicher nachvollziehen können, wer auf ihre Ressourcen zugreift und ob dieser Zugriff noch legitim ist. Firmen sollten das Offboarding deshalb nicht als administratives To-Do behandeln, das man am Ende der Übergabe abhakt. Ein sauberer digitaler Schlussstrich gehört heute genauso zu einem sicheren Offboarding wie die Rückgabe von Laptop und Schlüssel“, so Maximilian Lux, Country Lead DACH bei Deel.

Hauptsache praktisch: Wenn der Arbeitslaptop zum Alltagshelfer wird

Die Studie zeigt auch, dass viele Beschäftigte die Trennung zwischen der beruflichen und privaten Nutzung von Arbeitsgeräten nicht so streng sehen. So haben 40 Prozent der Befragten schon einmal ein Arbeitsgerät ihres aktuellen oder früheren Arbeitgebers privat genutzt. Zudem beschränkt sich die private Verwendung nicht nur auf das Gerät selbst: Knapp ein Drittel (32 Prozent) verwendet berufliche Logins oder Accounts für persönliche Zwecke, beispielsweise, um eine private Nachricht über das Firmenpostfach zu verschicken oder persönliche Dateien im beruflichen Cloudspeicher abzulegen.

Und auch bei der Wahl zwischen beruflichem und privatem Zugang zählt für knapp ein Drittel offenbar vor allem die Bequemlichkeit: 31 Prozent geben an, dass der Zugang über die Arbeit praktischer oder schneller ist als die private Alternative.

Doch die Nutzung geht sogar über die eigene Person hinaus. Berufliche Ressourcen wandern teilweise in Nebenprojekte oder zusätzliche Jobs und bleiben auch nicht immer bei der Person, für die sie eingerichtet wurden. So sagten 27 Prozent der Befragten, dass sie Geräte oder Zugänge ihres Arbeitgebers für eine nebenberufliche Tätigkeit oder ein eigenes Projekt nutzen. Und mehr als jede fünfte Person (21 Prozent) ließ Menschen aus ihrem privaten Umfeld berufliche Geräte, Arbeitsmittel oder Zugänge mitnutzen.

Maximilian Lux, Country Lead DACH bei Deel, sagt dazu: „Ein Firmenaccount ist kein Schweizer Taschenmesser für alle Lebenslagen. Wenn er für private Erledigungen, andere Jobs oder von Dritten genutzt wird, ist nicht mehr klar, wer für den Zugriff verantwortlich ist und ob interne Informationen in den vorgesehenen Händen bleiben. Das ist höchst bedenklich! Die gute Nachricht ist jedoch: Unternehmen müssen Flexibilität nicht abschaffen, um Datenschutz und Sicherheit zu gewährleisten. Sie brauchen klare Spielregeln, persönliche Zugänge und IT-Prozesse, die sicherstellen, dass ein Zugriff nicht einfach wahllos genutzt werden kann. So bleibt der Alltag praktikabel, ohne dass berufliche Ressourcen zur digitalen Grauzone werden.“

Methodik

Die Umfrage wurde von Deel in Kooperation mit Censuswide im Zeitraum vom 18.09.2026 bis zum 22.09.2026 unter 2.000 Arbeitnehmenden in Vollzeit in Deutschland durchgeführt, die einer überwiegend computerbasierten Tätigkeit (desk-based workers) nachgehen. Gemeint sind damit Beschäftigte, deren Arbeitsalltag überwiegend durch digitale beziehungsweise computerbasierte Tätigkeiten geprägt ist, unabhängig davon, ob sie im Büro, mobil oder im Homeoffice arbeiten. Censuswide ist Mitglied der Market Research Society (MRS) und arbeitet gemäß deren Verhaltenskodex sowie den Prinzipien von ESOMAR.

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