Rente vom Chef: Für wen lohnt sich betriebliche Altersvorsorge wirklich?

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Was bedeuten die 3 Säulen der Altersvorsorge für unsere Absicherung im Ruhestand?

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen wir die bevorstehende Rente tatsächlich noch als Ruhestand im klassischen Sinne betrachten konnten. Vielmehr verbinden sie viele von uns dieser Tage mit Stress, Sorge und Unsicherheit. Denn tatsächlich stehen bereits lange vor dem Ende unserer beruflichen Laufbahn gleichermaßen zukunftsweisende wie unwillkommene Fragen im Raum, auf die es zumeist nicht direkt eine klare Antwort gibt: Reichen die Rentenbezüge aus, um unbeschwert davon leben zu können? Wie bessert man sie in Eigenregie auf? Welche Form der betriebliche Altersvorsorge lohnt sich wirklich?

Problemlos von der Rente leben können, ohne viel dafür tun zu müssen: Viele Menschen hegen diesen Traum – wahr wird er jedoch nur in den seltensten Fällen. Denn während die Bezüge rapide sinken, wird das Leben immer teurer. Um also den gewohnten Lebensstandard auch im Alter beibehalten zu können, müssen wir entsprechend vorsorgen. Viele von uns erwägen zu diesem Zweck die Inanspruchnahme einer Betriebsrente, mit der sie eine drohende Rentenlücke schließen und damit ihre finanzielle Sicherheit während ihres Ruhestands erhöhen wollen. Doch für wen lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge wirklich?

„Nur den wenigsten Arbeitnehmern sind die zahlreichen Besonderheiten der betrieblichen Altersvorsorge bekannt, weshalb viel Potenzial auf der Strecke bleibt. Ob sich im Einzelfall eine betriebliche Altersvorsorge lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die sowohl individuell als auch betrieblich bedingt sind“, erklärt Dieter Homburg, Inhaber des Fachzentrums Finanzen und Bestsellerautor des Buches „Altersvorsorge für Dummies“. Die betriebliche Altersvorsorge kann also durchaus eine valide Möglichkeit sein, um sich für das Alter finanziell abzusichern – nur eben nicht für jeden. Es gilt daher, sich frühzeitig mit der „Rente vom Chef“ auseinanderzusetzen und im Einzelfall abzuwägen, ob sich eine betriebliche Altersvorsorge lohnt.

Grundlagen der Betriebsrente: Was können Interessenten von ihr erwarten?

Nicht wenige Menschen nehmen irrtümlicherweise an, an der betrieblichen Altersvorsorge sei nur ihr Arbeitgeber beteiligt. Tatsächlich nehmen zusätzlich auch sie selbst und der Staat eine entscheidende Rolle dabei ein. Während ihre Chefs die Betriebsrente mit mindestens 15 Prozent ihres Beitrages bezuschussen, bessern die Arbeitgeber sie mit eigenen Leistungen auf. Wenn man sich fragt, für wen sich eine betriebliche Altersvorsorge lohnt, ist es wichtig zu wissen, dass der Staat das Projekt unterdessen mit beachtenswerten Vorteilen bei Steuer- und Sozialabgaben unterstützt. Demnach bietet die betriebliche Altersvorsorge die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum Versorgungsleistungen für das Rentenalter, eine potenzielle Berufsunfähigkeit und sogar den Tod aufzubauen.

lohnt sich betriebliche Altersvorsorge

Lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge? Experte und Bestsellerautor Dieter Homburg kann hierzu alle Fragen beantworten.

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Wenn man sich fragt, ob sich eine betriebliche Altersvorsorge lohnt, ist es zu beachten, dass die betriebliche Altersvorsorge auf unterschiedliche Arten durchgeführt werden kann. Beispielsweise wird dabei ein Teil des Arbeitslohns in einen Sparvertrag eingezahlt – ähnlich wie bei vermögenswirksamen Leistungen. Hierfür kommen die Direktversicherung, die Pensionskasse oder ein Pensionsfonds infrage. Alternativ können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern eine spätere Rentenzahlung zusichern, was über zwei weitere Durchführungswege möglich ist: die Direktzusage und die Unterstützungskasse. Zwar ist die Direktversicherung die mit Abstand verbreitetste Form, es empfiehlt sich dennoch, bereits im Voraus mit dem eigenen Arbeitgeber darüber zu sprechen, welche Art der Betriebsrente er anbietet und welche betriebliche Altersvorsorge sich lohnt.

Nicht für jeden geeignet – betriebliche Altersvorsorge und ihre Voraussetzungen

Allerdings stellt sich nicht nur die Frage, ob sich die betriebliche Altersvorsorge lohnt. Vielmehr müssen Interessenten zunächst klären, ob sie in ihrem individuellen Fall überhaupt möglich ist. Schließlich sieht der Gesetzgeber nicht für jeden eine solche Form der Altersvorsorge vor. Einen Anspruch auf sie haben vor allem sozialversicherungspflichtig angestellte Arbeitnehmer im ersten Dienstverhältnis, Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder in Aktiengesellschaften, Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH und Auszubildende.

Einen Sonderfall stellen bei der Beantwortung der Frage, ob sich eine betriebliche Altersvorsorge lohnt, Minijobber dar: Auch sie können die betriebliche Altersvorsorge grundsätzlich nutzen. Voraussetzung dafür ist aber, dass sie in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Dies trifft jedoch nur selten zu, weil bei Beschäftigten mit 520-Euro-Job mehrheitlich eine Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht vorliegt. Wichtig: Jeder 520-Euro-Jobber kann sich aber dafür entscheiden, parallel zum Arbeitgeber freiwillig Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen und damit auch das Recht der betrieblichen Altersvorsorge zu nutzen. Problematisch wird es auch bei Selbstständigen und Freiberuflern, denn sie haben generell keinen Anspruch auf eine Betriebsrente. Abhilfe können Angehörige dieser Personengruppen allerdings durch die Umwandlung ihrer Firma in eine Kapitalgesellschaft schaffen, wobei sie sich zwingend von einem Experten beraten lassen sollten.

Für wen sich betriebliche Altersvorsorge lohnt: Die Vor- und Nachteile der Betriebsrente

Ob sich die betriebliche Altersvorsorge lohnt, hängt auch davon ab, wie relevant ihre Vor- und Nachteile im individuellen Fall eines jeden Interessenten sind. Positiv hervorzuheben ist unter anderem, dass jegliche aus dem Projekt resultierenden Leistungen auf dem Konto der Vertragsbegünstigten landen – inklusive Zinsen. Zusätzlich dürfen sich Arbeitnehmer auf einen satten Zuschuss von ihrem Chef freuen, der die gesetzlich vorgeschriebenen 15 Prozent auch deutlich übersteigen kann. Darüber hinaus profitieren die vorgesehenen Empfänger der Betriebsrente von einem umfassenden Schutz durch das Betriebsrentengesetz, wodurch sie ihre Leistungen auch dann erhalten, wenn ihr Arbeitgeber Insolvenz anmelden muss.

Demgegenüber stehen diverse Nachteile, die Interessenten keinesfalls außer Acht lassen sollten, wenn sie sich fragen, ob sich eine betriebliche Altersvorsorge lohnt. Beispielsweise können die Renditen der betrieblichen Altersvorsorge je nach gewähltem Anlageprodukt variieren. Insbesondere bei klassischen Rentenversicherungen sind sie in den vergangenen Jahren aufgrund des niedrigen Zinsumfelds eher gering ausgefallen, zusätzlich werden sie unter Umständen durch Verwaltungskosten geschmälert. Arbeitgeber sind ferner lediglich zu einer Beitragszahlung in Höhe von 15 Prozent verpflichtet. Stocken sie ihre Leistungen nicht aus eigenem Willen auf, ist für die betroffenen Arbeitnehmer oft kein nennenswerter Ertrag zu erwarten.

So lohnt sich die Betriebsrente in diesen Fällen meist nicht: Primär deshalb, weil auf die Betriebsrenten von gesetzlich Krankenversicherten der volle Beitragssatz zu entrichten ist, was die Gesamtrendite entsprechend reduziert. Als grobe Faustformel sollte der Arbeitgeber 50 Prozent und mehr der Beiträge übernehmen, sodass am Ende eine gute Rendite übrig bleibt – andernfalls empfiehlt es sich, auf ein privates Vorsorgemodell setzen.

Fazit: Lohnt sich betriebliche Altersvorsorge?

Zwar bietet die betriebliche Altersvorsorge spannende Vorteile und stellt eine wertvolle Chance dar, mögliche Rentenlücken frühzeitig zu schließen. Ob sich eine betriebliche Altersvorsorge tatsächlich lohnt, ist und bleibt allerdings eine Einzelfallentscheidung und sollte sorgfältig durchgerechnet werden. Und damit sind nicht die Hochglanz-Rechnungen der Versicherer gemeint, die nur die Vorteile in den Vordergrund rücken. Vielmehr braucht es zwingend eine Nachsteuer-Betrachtung und gegebenenfalls einen Abzug von Krankenversicherungsbeiträgen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Wer die Betriebsrente in Betracht zieht, sollte sich daher vorab ausführlich über ihre verschiedenen Durchführungswege sowie das Angebot seines Arbeitgebers informieren, die Vor- und Nachteile abwägen und sich zum Zwecke einer endgültigen Entscheidung spezifische Berechnungen von seinem Chef vorlegen lassen.

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